Quartier WIR in Weißensee – größtes Holzbauprojekt in Deutschlands

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In Berlin entsteht mit dem größten Holzbauprojekt Deutschlands ein Beitrag zu nachhaltigem Bauen – und ein Stadtquartier, bei dem das Miteinander im Vordergrund steht. Im Berliner Stadtteil Weißensee entsteht ein sozial gemischtes Quartier. Die 113 Wohnungen – von genossenschaftlichem Wohnen über betreutes Wohnen und Mietwohnungen bis hin zu Eigentumswohnungen – werden von den Berliner Architekten Deimel Oelschläger geplant. Gebaut wird vorwiegend mit Holz: Mit rund 12.000 m² Nutzfläche ist das Stadtquartier derzeit Deutschlands größtes Holzbauprojekt und ein wichtiger Beitrag für nachhaltiges Bauen. Die Häuser werden im KfW-40-Standard für eine gute Gesamtgebäudeenergiebilanz errichtet. Die Fertigstellung des Quartiers „WIR“ in Weißensee ist bis Ende 2019 geplant.

 

Bildquelle: Fa. Terhalle

 

Die Gebäude werden in Mischbauweise erstellt. Aussteifende Treppenhauskerne und Keller sind aus Beton, Geschossdecken und Außenwände der Wohn- und Gemeinschaftsbereiche werden in Holzbauweise erstellt. Um die Vielzahl der unterschiedlichen Wohn-und Nutzungsformen zu realisieren, wurde für alle Gebäude eine einheitliche Tragstruktur als Stützensystem mit Deckenplatten in Massivholz gewählt sowie vorgefertigte Holz- Fassadentafeln mit Zellulosefüllung. Diese Holz-Modulbauweise, die Standardisierung auf drei Gebäudetypen mit gleichbleibender Erschließungssystematik und der Ausbau mit Leichtbauwänden ermöglichen eine hohe Flexibilität der Nutzungen. Auch spätere eventuelle Nutzungsänderungen können so unkompliziert angepasst werden.

Das Prinzip des kostensparenden Bauens bezieht sich sowohl auf die Errichtung der Wohngebäude als auch auf deren Nutzung bis hin zum Rückbau. Dabei spielt der Baustoff Holz in der Gesamtenergiebilanz der Gebäude eine wesentliche Rolle. Der Einsatz nachwachsender Baustoffe sowie von Recyclingmaterialien als Dämmmaterialen wirkt sich positiv auf die Primärenergiebilanz aus. Die Gebäude sind in KfW-40-Standard konzipiert, d.h. sie verbrauchen 60% weniger Energie als ein vergleichbarer Neubau. Erreicht wird dies durch die Gebäudehülle in Holztafelbauweise und Zellulosefüllung und Lüftungsanlagen mit einem Wärmetauscher, die mit einem Wirkungsgrad größer als 85 % die Wärme aus der Abluft zurückgewinnen. In den Wohnräumen und den Bädern werden zusätzlich Niedertemperaturheizkörper bzw. Bodenkonvektoren installiert, um die notwendige Zufuhr der Restwärme zu gewährleisten. Die Trinkwassererwärmung erfolgt dezentral über Frischwasserstationen. So kann auf ein Aufheizen des Trinkwassers in der Zirkulation verzichtet werden und der Energiebedarf erheblich reduziert werden. Der geringe Wärmebedarf der Häuser erlaubt einen wirtschaftlichen Betrieb und geringe Kosten der technischen Anlagen – und trägt bei zur Reduktion des Ausstoßes von CO2.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier.