Fassade

Die Fassade ist die Visitenkarte eines Gebäudes. Sie schützt die Gebäudehülle gegen klimatische Einwirkungen wie Wind, Regen und UV-Strahlen sowie gegen mechanische Einwirkungen und sichert so den Fortbestand eines Bauwerkes. Zudem muss sie ästhetische Ansprüche erfüllen.

Voraussetzung für eine langlebige Holzfassade ist in erster Linie eine Bauweise, die Wasser schnell und ohne Staunässe vom Gebäude abführt, damit alle Holzbauteile nach Niederschlägen immer schnell abtrocknen können.

Die Gebrauchs- bzw. Nutzungsdauer, also der Zeitraum innerhalb dessen eine Holzfassade ohne Verlust ihrer Gebrauchseigenschaften genutzt werden kann, hängt von Konstruktion (Design), handwerklicher Verarbeitung, den vorherrschenden Umgebungsbedingungen und, nicht zuletzt, auch von der natürlichen Dauerhaftigkeit der eingesetzten Holzart ab.

Grundsätzlich wird zwischen Außenverkleidungen aus Vollholz (Bretter, Profilbretter, Leisten, Schindeln) und Fassadenelementen aus plattenförmigen Holzwerkstoffen unterschieden. Zudem finden neuere Holzprodukte wie Thermoholz und Holz-Kunststoff-Verbundstoffe Verwendung.

Verkleidungen aus Vollholz

Bretter bzw. Profilbretter (sägerau oder gehobelt)

Meist zwischen 19 und 24 mm dick und 4 bis 5 Meter lang, aber nicht breiter als 12cm, um möglichst Verwerfungen zu vermeiden. Die Bretter können dabei vertikal und horizontal angebracht werden.

Leisten

Werden für offene Fassadenschalungen eingesetzt. Der Abstand zwischen den Leisten sollte mindestens 8 mm breit sein und kann bis zu einigen Zentimetern betragen. Wegen des nur teilweisen Witterungsschutzes einer offenen Leistenfassade muss dahinter eine regendichte und UV-beständige Fassadenbahn angebracht werden.

Schindeln

Werden handgespalten, gesägt oder maschinell geschnitten. Gespaltene Schindeln sind meist keilförmig im Querschnitt mit unregelmäßigen Breiten zwischen 50 und 350 mm und einer Länge von 120 bis 800 mm. Sie zeichnen sich bei richtiger Ausführung durch eine sehr lange Lebensdauer und oft gleichmäßige Verwitterung aus.

Thermoholz

Bezeichnet wärmebehandeltes Holz. Die Behandlung macht es langlebiger, da es weniger auf Feuchtigkeit reagiert und auch resistenter gegenüber holzabbauenden Pilzen ist. Zudem tritt eine deutliche Verdunkelung des Holzes ein.

Verkleidungen aus Platten

Plattenförmige Fassadenelemente haben den Vorteil, dass sie großformatig aufgebracht werden können und sich durch gute Formstabilität und technischen Eigenschaften auszeichnen. Die Platten sollten einen mehrschichtigen Aufbau (Massivholzplatten, Sperrholzplatten oder Furnierschichtplatten) aufweisen, damit Spannungsunterschiede, die durch das Quell- und Schwindverhalten von Holz unter Witterungseinflüssen entstehen, minimiert werden. Bei der Montage ist insbesondere auf die Ausbildung von Stößen und Fugen (Kantenschutz) zu achten und es darf sich kein stehendes Wasser sammeln können. Die Platten können sichtbar auf Kantholzunterkonstruktionen oder unsichtbar mittels fertiger Systemlösungen befestigt werden.

Oberflächenschutz und Vergrauung von Holzfassaden

Holzfassaden sind dem Einfluss der natürlichen Witterung, wie Sonne, Regen, Wind und Schnee, ausgesetzt. Die Intensität der Bewitterung wird durch die Lage, also Geographie, Seehöhe und Himmelsrichtung bestimmt. Dadurch können Holzoberflächen an ein und demselben Objekt unterschiedlich beansprucht werden.

Oberflächenschutz von Holzfassaden wird zum einen durch konstruktiven Holzschutz erreicht und zum anderen durch Oberflächenbeschichtungen. Bei konstruktivem Holzschutz wird die Fassade so konstruiert, dass keine Staunässe entsteht und Wasser immer ungehindert abfließen kann. Durch Überhänge, Vordächer und andere vorspringende Bauteile werden nur Teilbereiche der Fassade vor direkter Verwitterung geschützt.

Vergrauung (Verwitterung) bezeichnet den Vorgang, bei dem nichtbehandeltes Holz durch Sonneneinstrahlung, Wetterbeanspruchung sowie durch die Besiedelung mit Mikroorganismen oder Verschmutzungen seinen natürlichen Farbton verliert und sich grau färbt. Dabei führt das UV-Licht an der Oberfläche zu einer Umwandlung des nicht wasserlöslichen Holzbestandteils Lignin zu wasserlöslichen Bestandteilen, die sich als braune Verfärbung des Holzes zeigen und mit der Zeit vom Regenwasser ausgewaschen werden. Ein gräulicher Farbton entsteht dann durch die Besiedelung der hellen Flächen durch Mikroorganismen oder Ablagerung von Schmutz. Diese oberflächlichen Veränderungen beeinflussen jedoch die Festigkeit oder Haltbarkeit des Holzes nicht. Nur eine dauerhafte Durchfeuchtung führt zur Schädigung und Verringerung der Lebensdauer. Eine unbehandelte Holzfassade ist wartungsfrei.

Die technische Funktionstüchtigkeit durch Verwitterung wird bei einwandfreier Gestaltung und Ausführung der Fassade nicht beeinträchtigt. Wenn Fassaden oberflächenbeschichtet werden, hat dies zumeist ästhetische Gründe. Bestimmte Oberflächenbehandlungen können aber auch Schutzaufgaben, wie den Schutz vor Verschmutzung und Bewitterung übernehmen, ersetzen aber nicht den konstruktiven Holzschutz! Zudem benötigen beschichtete Holzfassaden eine regelmäßige Kontrolle, da Bewitterung auch die Beschichtungen verändert und Abwitterungserscheinungen auftreten.

Beschichtungssysteme für Holzfassaden sollten folgende Funktionen erfüllen:

  • – Farberhaltung (durch z.B. die lichtstabilen, farbigen Elemente in Lacken und Lasuren, wobei Lacke in Gegensatz zu Lasuren hoch deckend sind)
  • – Lichtschutz (durch z.B. deckende Pigmente und UV-Absorber)
  • – Chemischen Holzschutz (in Form von Grundierungen und Imprägnierungen)
  • – Feuchte und physikalischer Schutz (z.B. durch Anstrichfilme mit bestimmter Schichtdicke)

Je nach System, Schichtdicke und Bewitterung müssen die Beschichtungen im Abstand von einigen Jahren erneut aufgebracht bzw. ausgebessert werden. Es ist möglich, Holzfassaden vor zu vergrauen, um ein gleichmäßiges äußeres Erscheinungsbild zu erreichen.

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