Ökologische Dämmstoffe

Dämmstoffe sind Materialien, die aufgrund ihrer geringen Wärmeleitfähigkeit Wärme- oder Kälteverluste reduzieren. Einige Dämmstoffe weisen eine geringe dynamische Steifigkeit auf und dienen der Reduzierung von Luft- oder Trittschall.

Dämmstoffe werden nach den Ausgangstoffen der jeweiligen Dämmung unterschieden in zwei Gruppen:

  • – Organische Dämmstoffe aus natürlichen Rohstoffen (ökolgische Dämmstoffe) z.B. Holzfaser, Zellulose, Stroh etc
  • – Organische Dämmstoffe aus synthetischen Rohstoffe Polyesterfasern, Polystyrol etc.

Ökologische Dämmstoffe sind wasserdampfdurchlässig und verhindern dadurch beispielsweise aktiv Schimmelbildung zwischen den Dämmlagen bzw. an Kontaktflächen.

Holzfaserdämmstoff

Bei der Herstellung von Holzfaserdämmstoffen unterscheidet man zwei Verfahren:

Nassverfahren:

Holz, meistens Restholz, wird durch einthermo-mechanisches Verfahren zu Fasern aufgeschlossen und der noch feuchte “Faserkuchen” anschließend unter Hitze zum Abbinden gebracht. Die Bindung erfolgt dabei durch holzeigene Bindekräfte (Lignine). Um die Festigkeits- und wasserabweisenden Eigenschaften zu verbessern (z. B. bei Unterdeckplatten) werden bei einzelnen Produkten harz- oder bitumenhaltige Zusatzmittel zugesetzt. Beim Nassverfahren werden Dicken von etwa 3 bis 32 mm produziert, wobei sich der Rohdichtebereich zwischen 100 und 300 kg/m³ bewegt

Produktionsverlauf Nassverfahren (Foto: Gutex)

Trockenverfahren:

Hierbei wird unterschieden in Trockenverfahren mit Bindemitteln oder mit Bindefasern. Beim ersten Verfahren werden formstabile Platten hergestellt, beim zweiten flexible Platten. Bei der Herstellung mit Bindemitteln werden die Holzfasern direkt nach dem Aufschlussprozess auf die notwendige Restfeuchte getrocknet, anschließend in einem Sprühkanal mit dem Bindemittel benetzt und dann auf die gewünschte Dicke gepresst. Beim Trockenverfahren mit textilen Bindefasern werden die Holzfasern ebenfalls erst auf die gewünschte Feuchte getrocknet und dann mit den Bindefasern vermischt. Anschließend wird die Mischung auf einer Formstraße zu einem endlosen Strang geformt und erhitzt, hierdurch werden die Bindefasern partiell aufgeschmolzen und verbinden sich anschließend beim Abkühlen mit den Holzfasern. Dadurch sind die Fasermatten nach dem Abkühlen fest, aber flexibel. Im Trockenverfahren werden Dicken von 20 bis 300 mm Rohdichten von 40 bis 230 kg/m³ hergestellt

Produktionsverlauf Trockenverfahren (Foto: Gutex)

Eigenschaften der Holzfaserdämmung

Holzfaserdämmstoffe haben mit einem U-Wert von 0,040 bis 0,060 Watt pro Quadratmeter und Kelvin eine gute Wärmedämmung. Außerdem verfügen sie über eine sehr gute Wärmespeicherfähigkeit und eine lange Phasenverschiebung. Hierdurch schützt der Dämmstoff im Sommer auch vor Wärme und verzögert eine Überhitzung der Wohnungen.

Durch ihre poröse Struktur leistet die Holzfaserdämmung außerdem einen Beitrag zum Schallschutz.

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass ökologische Holzfaserdämmung eine diffusionsoffene Dämmung ist. Holzfasern können bis zu 20 Gewichtsprozent Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen ohne nass zu werden und dadurch an Dämmwirkung zu verlieren.

Im Brandverhalten werden Holzfaserdämmstoffe wie Nadelholz als normalentflammbar eingestuft, d.h. in die Baustoffklasse B 2 nach DIN 4102-1 [18] bzw. in die Euroklasse E nach DIN EN 13 501-1 [19].  Durch die hohe Wärmespeicherkapazität der Holzfaserdämmstoffe verzögert sich der Temperaturdurchgang stark und verbessert den Feuerwiderstand. Außerdem bildet sich wie beim Massivholz eine ausgeprägte Verkohlungsschicht, die den Abbrand des Dämmstoffes hemmt und somit für lange Volumenbeständigkeit im Bauteil sorgt.

Arten von Holzfaserdämmplatten

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Flexible-Holzfaserdämmplatten sind klemmfähig und werden in Dach-, Wand- und Deckenkonstruktionen eingesetzt. Außerdem wird es als Hohlraumdämmung bei Trennwänden, Vorsatzschalen und Installationsebenen verwendet.

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Fußboden-Dämmsystemplatte aus Holzfasern werden für Wärme- und Trittschallschutz verwendet (z.B.  Verlegung von Dielenböden)

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Holzfaser-Unterdeck- und Wandbauplatte wird bei Neu- und Altbauten für die Dämmung von Dach und Wänden eingesetzt. Sie ist diffusionsoffen und bietet einen guten Hitzeschutz und bietet Schutz gegen Wind, Staub, Feuchtigkeit und Lärm.

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Die direkt Begeh- und nutzbare Holzfaserdämmplatte hat eine speziell verdichtete Holzfaseroberfläche die zur Dämmung der obersten Geschossdecke und für nicht bewohnte Dachräume verwendet wird. Eine zusätzliche Abdeckung mit Holzwerkstoffplatten ist in untergeordneten Nutzungsbereichen nicht notwendig.

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Trittschalldämmplatten haben eine hohe Druckfestigkeit und eine stabile Faserstruktur. Sie werden verwendet bei der Verlegung von Fertigparkett und Laminatböden um den Trittschall zu verringern.

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Einblasdämmung wird für die Dämmung von schwer oder gar unzugänglichen Holräumen verwendet z.B. zu Dämmung von mehrschaligem Mauerwerk. Außerdem zur Dämmung von Kriechböden eines Flachdaches oder eines ausgebauten Steildach zwischen den Sparren. Besonders geeignet ist Einblasdämmung auch für Altbauten, weil ohne große bauliche Maßnahmen sich die Dämmung des Hauses verbessert werden kann.

Holzwolle

Holzwolle wird entweder zu Dämmplatten oder lose als Einblasdämmung verwendet. Bei der Herstellung wird Laub- und Nadelholz mit einer sogenannten Holzwollmaschine mechanisch zur Holzwolle verarbeitet. Die Holzwolle wird auf eine Restfeuchte von ca. 13 Prozent getrocknet und mit Zugabe von Bindemittel oder Magnesit zu einer Dämmplatte weiterverarbeitet. Holzwolle und Holzwolldämmplatten werden zur Dämmung von Decken, Fassaden und zur Innen Dämmung verwendet. Außerdem als Zwischensparrendämmung, lose wird es als Hohlraumdämmung und im zweischaligen Mauerwerk genutzt.

Eigenschaften

Holzwolle ist ein natürlicher Dämmstoff und hat sehr gute Schalldämmeigenschaften. Aufgrund der der Zugabe von Bindemittel und der dadurch ausgewiesenen Baustoffklasse ist Holzwolle als nicht Nichtbrennbar mit Anteilen von Brennbaren Baustoffen ausgewiesen. Nachteil ist der relativ geringe Dämmwert im Vergleich zu Mineralwolle. Durch Kombinationen z.B. mit Steinwolle werden oft die verschiedenen positiven Eigenschaften der Dämmstoffe kombiniert.

Zellulose

Zellulose zum Dämmen gibt es in loser Form (meistens als Flocken oder Granulat) zur Einblasdämmung oder Schüttdämmung und in Form von Platten bzw. Matten. Bei der Herstellung von Zellulosedämmung wird das Altpapier zerfasert und anschließend mit pulverförmigen Borsalzen (ca. 5 %) oder Ammoniumphosphat (bis zu 8 %) als Zusatzstoff für einen verbesserten Brandschutz und zur Verbesserung der Dauerhaftigkeit vermischt.

Eigenschaften und Verwendung

Bildquelle: STEICO

Zellulosedämmung bewirkt einen guten Schallschutz und sehr gute Isoliereigenschaften gegen hohe Wärmeeinwirkung. Außerdem verfügt sie über eine hohe Resistenz gegenüber Schimmel- und Pilzbefall. Im Brandschutz kann sie durch die Verwendung von Zusatzstoffen als normal entflammbar eingestuft werden. Plattenwerkstoffe aus Zellulose werden vor allem für die Dachdämmung im Trockenbereich und für den Wohnbereich verwendet. In loser Form wird es meistens als Einblasdämmung in Dächern, Wänden und Decken/Geschossdecken genutzt.

Verschiedene Rohstoffe

Auf dem Markt sind weitere verschiedene Dämmstoffe aus den unterschiedlichen Rohstoffen wie Seegras, Hanf, Stroh, Kork, Schilf etc.

Weitere Information finden sie beim Informationdienst HOLZ über die Holzfaserdämmstoffe und über Verband Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (vdnr) e.V.

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